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Archiv

Biografisches


1) Textarchiv
Brasilia (1972)
Zur Architektur des Sitzens (1974)
Methoden der Kunstgeschichte - Zu drei Vorträgen von H. Sedlmayr (1975)
Giorgiones Drei Philosophen (1976)

Der Sieg des Lichts - Bemerkungen zu Makarts Kolorit
(1976)

Raum, Zeit und Licht bei Henry Moore (1979)
Wissenschaftstheorie und Kunstgeschichte
(1979)
Das Tor als Bild -
Zur Ikonographie eines Motivs in der Modernen Kunst (1980)

Zur Ikonologie des Indischen Tempels - Von der Ikonographie zum
tantrischen Gehalt
(1982)
Die Geburt der Plastik von René Magritte (1982, vgl. unten die Variante von 2006)
Ansichten vom Aufbau der Salzburger Universitätskirche
(Fischer von Erlach) (1983)
Affe und Papagei - Mimesis und Sprache in der Kunst
(1985)

Neues vom Holzfäller - Über Thomas Bernhards Alte Meister (1985)
Wien und die Anfänge der Abstraktion (1986)
Hermann Bahrs Gegen Klimt - Eine Revision (1987)
Arme Paten (1987)
Kunst stirbt eben (1987)
Goyas Psyche (1988)
Ferdinand Georg Waldmüller - Revolutionär des Biedermeier (1990)

Die Allegorien des Mark Tansey
(Anleitung zu einer Dekonstruktion der Moderne) (1991)

"Der Zeit ihre Kunst" - Über Max Klinger (1992)
Was ist Malerei? (1992)
Humorlose Künste
(1996)
Epilog
(1998)
Die arabischen Brüder von Joseph Beuys
(2001)
Serge Sabarsky (1912-1996) (2003)
Sedlmayr + Bredekamp (2003)
Der Ort des Marsyas
Anish Kapoor und Tizian (2003)
A la recherche de la peinture perdue -
(Jacques Derrida zwischen Antonin Artaud und Yves Klein) (2004)
Bedeutungslehren und Abbildtheorien
(Jakob von Uexküll - Ludwig Wittgenstein - Erwin Panofsky) (2004)
"Einfach schlechte Malerei" - Paul Cézanne und Arnold Schönberg (2005)
Vom Relief der Malerei über L'avenir de statues (1932) von René Magritte (2006)
Wolfgang Ullrich: Was war Kunst? (2006)

Die Kunst des Urgeschmacks - Peter Kubelka und Johanna Meier
(2006)
Bindungsproblem und Einheitliche Feldtheorie - Ein kunsthistorischer Einblick (2006)
Cowboy oder Indianer. Picassos Theorie (2007)
Cassinis Lichtspeisen (2008)


Übersetzungen:
Wiener Noblesse - Werner Hofmann zum 70. (1998)
(Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch)
Ernst Kreneks Watercolors (2000)
LE CIEL SUR TERRE. La stratégie de Klaus Pinter d'une re-déconstruction
(2002)
Los hermanos árabes. Joseph Beuys y el World Trade Center (2002)
Banalitet och entropi. Två gränsvärden i konst- och designhistorien (2003)
El desorden como equivalente a la complejidad del mundo
(2003)
THE SIGNATURE AS CULTURAL TECHNIQUE
(200
5)


2)

up Biografisches:

Lehre


Zum 60.:
Werner Hofmann: Ästhetische Zoologie.
Dem Kunsthistoriker Thomas Zaunschirm zum Sechzigsten
(Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2.12.03)
Zum 2.12.2003 (Über Zaunschirn und andere biografische Eigentümlichkeiten)

Im Ruhestand
2007
Hermann Sturm: Zum Abschied von Essen
DANK
DEMNÄCHST
   Aufgehobenes
   Umschulungsversuche

***

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WERNER HOFMANN

Ästhetische Zoologie
Dem Kunsthistoriker Thomas Zaunschirm zum Sechzigsten

Thomas Zaunschirm, der heute seinen sechzigsten Geburtstag feiert, ist der nicht häufige Fall eines Kunsthistorikers, der geistige Beweglichkeit mit bohrender Gewissenhaftigkeit verbindet. In jeder Oberfläche macht er mehrere Unterflächen aus. Der Titel des ersten seiner drei Duchamp-Bücher – „Robert Musil und Marcel Duchamp“ (1982) – vermag ähnlich zu überraschen wie das berühmte Zufallstreffen einer Nähmaschine und eines Regenschirms auf dem Seziertisch. Wenn Zaunschirm zum Sezierbesteck greift, nimmt er sich gern entlegene Themen vor und verkuppelt sie mit Verblüffungsstrategien. Dabei tragen sich seine stringenten Analysen nicht auf einem Seziertisch zu, sondern auf einem Spielbrett, das nach mehreren Richtungen erschlossen werden will. Der Springer Zaunschirm besichtigt die Tabubrüche des Jeff Koons, die arabischen Brüder von Beuys, das Fremdbild Heimat oder die Architektur des Sitzens.

Diese Streifzüge durch die Kunst der großen und kleinen Namen, der bekannten und abseitigen Landstriche verraten den Liebhaber des Skurrilen, dessen selektiver Zugriff jede Ordnung ins Absurde verweist, dafür aber umgekehrt aus dem Absurden Ordnungsentwürfe gewinnt. Den Zufall läßt er als Partner gelten, wenn der sich wie im Fall Duchamp und Musil „sinnvoll“ ereignet und zwei Individuen auf getrennten Wegen die „Welt der Negation“ entdecken läßt. Da ist der Vivisekteur Zaunschirm als dritter im Spiel, denn in der ironischen Distanz des Readymades und des Musilschen Möglichkeitssinnes findet er seinen Denkstil vorgeprägt, dessen Thema die negativen Utopien sind.

Es ist der Stil des Einzelgängers, der nun schon seit mehr als drei Jahrzehnten grenzgängerisch zwischen Österreich und Deutschland unterwegs ist, immer ein wenig provisorisch und nie ganz seßhaft. Zunächst nach der Habilitation (1979) in Salzburg, zehn Jahre später in Freiburg i. Br. und seit 1995 an der Essener Universität, wo er 1997 zu den Begründern des Instituts für Kunst- und Designwissenschaft zählte. Dazwischen liegen Kuratoren-Gastspiele in Wien („Tabubrüche“) und Graz („Die Farben Schwarz“). Wenn Zaunschirm in Museen und Ausstellungshäusern hospitiert, möchte er vermitteln, daß es „eine Erlösung (bedeutet), nicht nur mit einer Wahrnehmung vorliebzunehmen“. Als Historiker möchte er „die unterschiedlichen Vergangenheiten aus dem heutigen Blickpunkt miteinander verschränken“, ohne sie auf eine „richtige Einstellung“ – das fatale Postulat seines Lehrers Sedlmayr – festzulegen.

Seine „Beziehungs-Spielräume“ liegen oft außerhalb der Kompetenz des Kunsthistorikers, etwa in der Hirnforschung oder der Ethnologie. Dann betreibt er, was er „Kunstwissenschaft“ nennt, eine Disziplin, die durch den „kunsthistorischen Blick auf nicht-kunsthistorische Themen“ entsteht. Zaunschirm will die Kunstgeschichte nicht neu erfinden. Was er 1982 als „Bausteine einer Paragone-Philosophie“ vorlegte, war der Versuch, die Kategorien der Dissertation von 1973 („Zeit und Raum als Determinanten Kunstwissenschaftlicher Methodologie“) auf Klimt, Duchamp, Magritte und die „Landschaftsplastik“ anzuwenden. Von hier aus führt ein direkter Weg zum neuesten Projekt: „Im Zoo der Kunst – Seit wann und warum gibt es lebende Tiere in der bildenden Kunst?“ Solange Köpfe wie Zaunschirm für immer neue Denküberraschungen sorgen, braucht uns um die Zukunft der Kunstgeschichte nicht bange zu sein.


In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2. Dezember 2003, Nr. 280, S.37

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Zum 2.12. 2003 (und weitere selbstbezogene Tagebuch-Notizen seither)
Ein runder Geburtstag kann zum Anlass genommen werden, sich biografische Gedanken durch den Kopf gehen zu lassen. Die kleine Sammlung kunsthistorischer Fehler mit dem Titel Palermo starb auf Kurumba (Band 13 der Reihe „Schriften zur Kunstkritik“, Verlag Steinmeier, Nördlingen 2003) von Walter Vitt regt mich dazu an. Vitt nimmt die gar nicht amüsanten, stur beibehaltenen biografischen Irrtümer in einschlägigen Lexika ins Visier. Natürlich unterlaufen jedem Fehler – und mir wird ganz übel, wenn ich an die eigenen denke -, auch ist klar, dass nicht jeder Autor bei Null beginnen und jede Behauptung überprüfen kann. Verständlich ist auch die Entschuldigung der Ertappten, es sei doch wurscht, ob jemand da oder dort, 1943 oder 1934 geboren sei. Doch sie ist unannehmbar. Wenn man schon glaubt, Lexika veröffentlichen zu müssen, aus deren Daten nur selten etwas hervorgeht (es sei denn, man ist Hobby-Astrologe, und dann braucht man nicht nur das Geburtsjahr, sondern genaue Zeitangaben), schon gar keine Interpretation, so sollten sich die Käufer und Benützer darauf verlassen können.

Nicht immer ist es Nachlässigkeit, sondern liegt in der labyrinthischen Struktur der Information selbst begründet. Das Internet mit seinen Suchmaschinen, ganz voran GOOGLE, macht die darin erwähnten Menschen offensichtlich vielschichtiger als sie es manchmal sind. Spaßeshalber nehme ich den eigenen herannahenden runden Geburtstag zum Anlass, um mich über mich selbst und meine verborgenen Seiten zu informieren.

Ich heiße also Thomas bzw. Peter Zaunschirn, wohne in Essen Im Schnee und bin Jahrgang 1946. Und das kam so: dass mein Name offenbar nicht nur Thomas Zaunschirm, sondern oft Zaunschirn ist, hat vielleicht mit der Frankfurter Schirn zu tun. Etymologisch mag der Name sogar früher Zaumschirn gelautet haben, aber dieser Erklärung folge ich nur halbherzig, denn der Zaun bleibt mir immer. Es trifft auch andere, wie einen mir persönlich unbekannten Verwandten, den am Mozarteum in Salzburg lehrenden Franz Zaunschirm(n). Allerdings hat sogar die Pressestelle meiner Universität diesen Namen verbreitet. Im ständig aktualisierten Vorlesungsverzeichnis der jüngst zur Universität Duisburg-Essen fusionierten Hochschule hält sich weiterhin allen Korrekturversuchen zum Trotz zäh meine Essener Adresse „Im Schnee“, weil man offensichtlich „Im Schee“ nicht passend für einen Österreicher erachtet. Im Klagenfurter Ritter Verlag habe ich eine Reihe von Büchern publiziert, darunter auch die opulent ausgestattete Monografie Meina Schellanders Kopf und Quer (1998). Hier findet sich mein Geburtsdatum 1946, das die korrigierende Künstlerin mit ihrem eigenen identifiziert hat. Ein anderer Verlag (Anabas), in dem der Ausstellungskatalog des Offenen Kulturhauses des Landes Oberösterreich in Linz Wa(h)re Kunst. Der Museumshop als Wunderkammer. Theoretische Objekte, Fakes und Souvenirs (1997) mit einem Aufsatz von mir erschienen ist, hält sich in den Verlagsankündigungen auch an die Namensvariante Zaunschirn. Immerhin taucht dieser Fantasiename in GOOGLE derzeit (Mitte Oktober) 39 Mal auf. Kein Wunder, dass man sich beim Zitieren da recht sicher fühlen möchte. Auch einen ursprünglich in der Neuen Zürcher Zeitung (9./10. Juni 2001) erschienenen Text Alles ist schön – Ästhetik der Orientierungslosigkeit finde ich unter www.wortwerk.ch/exklusiv/zaunschirn.html

Zu meinen Publikationen gehören einige Bücher, die nie – oder so nie – erschienen sind, die aber immer wieder im Buchhandel angeboten werden, die ich mir dann auch bestellt und naturgemäß nicht erhalten habe. Bei Holmes & Meier Publisher, New York, ist 1995 das von mir herausgegebene Buch Taboo and Totem: Contemporary Artists Re-Create Freud nicht erschienen. Es findet sich nach wie vor im Netz und wird mit einem cover price von $ 34.95 angeboten. Laut Amazon ist das Taschenbuch Die Fünfziger Jahre bei Heyne 1985 (und nicht 1980, wie ich bisher glaubte) herausgekommen. Interessant und polyglott finde ich auch die Anmerkung bei Janis Mink Marcel Duchamp (Taschen, Köln 1994), mein zweites Duchamp-Buch Bereites Mädchen Readymade soll 1983 in Paris und Genf publiziert worden sein (und nicht etwa nur in Klagenfurt). Duchamp wird übrigens seit Jahrzehnten von vielen Kollegen Duchamps geschrieben. In dem durchaus gelungenen Taschenbuch von Mink, erscheint er auf der Umschlagrückseite sozusagen incognito. Im Nachweis steht: „Man Ray mit einem Haarschnitt von Georges de Zaya, Schwarzweißfotografie, Paris 1921.“ Allerdings sieht man den Haarschnitt des Fotografen Ray nicht, sondern nur den des fotografierten Duchamp. Ein wahrer Renner im Internet (einschließlich bei Amazon im Angebot) war lange auch mein mit Peter Schoenwald bei Hermagoras/Mohorjeva erschienenes Buch Hoffnung und Leben. Im aktuellen Verlagsprogramm ist das allerdings nicht so zu finden, sondern unter dem Titel Dr. Maximilian Domej. Darin ist ein Brief des „vortragenden Legationsrats i. R. und ehemaligen Kulturreferenten für Ostmitteleuropa in der Politischen Abteilung des Deutschen Auswärtigen Amtes“ Dr. Peter Schoenwald abgedruckt und ein kurzer Text von mir über die „Freude am Malen“ für meinen großartigen Hausarzt in Wien.

Auch wenn man kein Interesse hat, derartige Mystifikationen zu fördern, entstehen sie spontan, bleiben beharrlich und zäh bestehen und sind kaum mehr aus der Welt zu schaffen. Trotzdem, man sollte sie zu vermeiden suchen, weil diese biografischen Fehler und erfundenen Facetten weder Menschen noch Themen um einen Deut interessanter machen.

P.S. (14.11.03):
Gerade bekomme ich eine Einladung der Fondation Beyeler. Hier taucht als mein Name eine unerklärliche Variante auf: Peter Zaunschirn. Schon einmal habe ich den Versuch einer Korrektur unternommen. Doch Fehler in Adressenkarteien halten sich zäh.

Wegen meines Forschungsprojektes über lebende Tiere in der Kunst lese ich auch Literatur, die mich vielleicht inspirieren könnte, wie das glanzvolle Buch von Giorgio Agamben Das Offene. Der Mensch und das Tier. Edition Suhrkamp, Frankfurt am Main 2003. Im mir vom Essener Kollegen Ulrich Buse zugeschickten, etwas verschrobenen Büchlein Das Leben der Tiere. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2000, des diesjährigen Literatur-Nobelpreisträgers J. M. Coetzee finde ich sofort zwei Namensfehler: "Mit freundlicher Genehmigung der Galerie Ropak, Salzburg/Paris" statt "Ropac" und "Lisa von Mengden" statt "Lida v.M.".

(15.11.03)
Heute ist in der Neuen Zürcher Zeitung eine kleine Buchbesprechung erschienen. Zwar ist es das erste Mal seit letztem Jahr, dass ich etwas in "Literatur und Kunst" veröffentlicht habe, aber als Autor müsste ich dort durch viele Beiträge in den letzten Jahren bekannt sein. Nein. Die Rezension Visionärer Tiefendenker. Ein Nachschlagewerk zu Oskar Kokoschka (Von Patrick Werkner und Gloria Sultano) wurde wieder einmal von Thomas Zaunschirn verfasst. Prompt erschien in www.perlentaucher.de (und damit wieder in GOOGLE) der Hinweis auf diesen mir langsam ziemlich vertrauten Autor: "Offenbar sehr zufrieden ist Thomas Zaunschirn mit diesem Buch.... Reich an Quellen und an Bildern ist dieses Buch und somit ein 'nützliches Nachschlagewerk', das allerdings teilweise auch ein wenig unübersichtlich ist, meint unser Rezensent."

(11.12.03)
Im verdienstvollen Wiener „basisarchiv:kunst“ finde ich unter meinem (richtig geschriebenen Namen) den interessanten Hinweis auf mein „Manuskript zum Stipendium. Arbeits-Stipendium, Dresden/ Deutschland - Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig, Leipzig/ Deutschland“. Ich hatte allerdings nie ein Stipendium, mit wem wurde ich da verwechselt?
Etc. etz. tz.
(11.02.05)
Auch die beiden letzten Publikationen über Rudolf Knubel und "Im Zoo der Kunst" (KUNSTFORUM International) - bibliografie.html - finden sich bei GOOGLE unter Zaunschirn. (24.03.05)
Die falsche Schreibweise von Duchamps hält sich, wie sich überhaupt Begriffe und Namen festsetzen, wenn man sie sich einmal gemerkt hat. Edelbert Köb leistet sich in der PRESSE (Zukunft entsteht aus Gegenwart, 23.03.2005) den Druckfehler "Duchamps", immerhin Universitäts-Professor und noch bezeichnender, Direktor des MUMOK im Museumsquartier, der um seine Vertrags-Verlängerung kämpft.
Mein oben erwähntes, nicht erschienenes Buch Taboo and Totem: Contemporary Artists Re-Create Freud entdecke ich jetzt im Schriftenverzeichnis des mir unbekannten Sander L. Gilman (Distinguished Professor of the Liberal Arts and Sciences and of Medicine und Director of the Humanities Laboratory an der University of Illinois at Chicago) unter der Nummer C97, wo die „Introduction“ zu dem Freud-Buch angegeben wird. Trotzdem zögere ich noch, mein Schriftenverzeichnis damit aufzufetten, auch wenn das nichts an irgendetwas ändern würde.(10.05.05)
Gemäß dem biografischen Hinweis in dem von der Kulturabteilung der Landeshauptstadt Salzburg soeben herausgegebenen Band ANTIFASCHISTISCHES MAHNEN UND GEDENKEN IN SALZBURG - Das Mahnmal auf dem Südtirolerplatz im Kontext (S.57) lehre ich seit 1885 als "lehrbeauftragter Professor" (nur nebenbei: eine interessante Berufsbezeichnung) in Essen. Was für ein Alter einem zuteil wird, wenn man Druckfehler als Lebenselixier heranzieht!

(06.06.05)
Endlich ist auch die naheliegendste Variante geglückt. Heute ist das Ausstellungsplakat Von Rastern und Elefanten der Köln International School of Design an Herrn Zaun-Schirm eingelangt.
Auf der Homepage einer Buchhandlung finde ich wieder den running Gag jenes Buches, dessen Bestellung mir nicht gelingen will. Vermutlich hängt das damit zusammen, dass es nichts kostet und man deshalb 100 % sparen kann, auch wenn es einmal 23.99 Pfund gekostet haben soll und im gebrauchten Zustand mehr als doppelt so viel:

£0.00
Saving £19.23 (100%)
*MarketPlace*
New: £23.99
Used: £57.75
Taboo and Totem: Contemporary Artists Re-Create Freud.
Written by: Thomas Zaunschirm.
Holmes & Meier Pub
Hardcover, ISBN: 0841912491.
Availability: 'Limited availability'
Click for more details about 'Taboo and Totem: Contemporary Artists...'

(08.10.05)
Bei YAHOO! Search ist dieses Buch bereits an die 2. Stelle der Hinweise auf meinen Namen gerückt. Wäre doch tatsächlich erschienenen Büchern dieser unaufhaltsame Erfolg beschieden:
2. Taboo and Totem: Contemporary Artists Re-Create Freud - 0841912491 - Thomas Zaunschirm - buy at Chichester-...
... Thomas Zaunschirm, Taboo and Totem: Contemporary Artists Re-Create Freud (0841912491). Book summary: author Thomas Zaunschirm, June, 1995 - Holmes & Meier Pub ...
chichester-counselling-services.com/book/0841912491 - 26k - Cached - More from this site - Save - Block(09.10.05)
Einen Tag später ist es geschafft. Mein 1995 bei Holmes & Meier Publ. nicht herausgekommenes Buch Taboo and Totem hat bei YAHOO den 1. Platz der Links bei meinem Namen erklommen. Statt Phantomschmerzen empfinde ich eine überschwängliche Phantomfreude.(15.10.05)
Beim Surfen im Netz entdecke ich mehr oder weniger zufällig einen "Kulturtipp" von Axel Dielmann, der in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung am 2. 10. erschienen sein soll, mir aber entgangen ist. Seit Robert Musil und Marcel Duchamp 1982 herauskam, hat es eine Reihe von Rezensionen gegeben, die ich nicht aufgehoben habe. Umso erstaunlicher, dass mehr als zwei Jahrzehnte danach das aus dem Buchhandel verschwundene Buch "empfohlen" wird.(18.10.05)
Das Internet unterscheidet sich von herkömmlichen Archiven durch seine immanente Dynamik. Hinweise auf einzelne Seiten führen von einem Tag auf den anderen in Sackgassen, weil ständig zwar neue dazukommen, aber auch viele wieder verschwinden. Einige Tage nach dem Hinweis auf YAHOO ist der Triumph über den 1. Listenplatz des nicht erschienenen Buches Taboo and Totem Ernüchterung gewichen. Nicht nur erfolgte eine radikale Reduktion der Links zu meinem Namen, sondern die Verweise auf das ominöse Buch sind - bis auf den hier reflektierten - verschwunden. Bisher hielt ich die Funktion der Suchmaschinen für einen software-basierten Mechanismus, ja Automatismus. Offensichtlich gibt es auch auf Inhalte reagierende Redaktionen. Aber wo sitzen diese und auf welche Inhalte reagieren sie im Labyrinth der Milliarden Daten? Man kann nur den guten Rat geben, nicht auf derartige Ungereimtheiten hinzuweisen, will man nicht dafür abgestraft werden (das natürlich nur aus der sportlichen Perspektive, wer wie oft im Netz aufscheint). Ließe sich damit auch das Ideal erreichen, überhaupt aus dem Netz zu verschwinden?
(10 Minuten später, 9.10)
Kaum stelle ich diese Anmerkung auf meine Homepage, ist bei YAHOO wieder alles beim alten. Das nicht existierende Buch beansprucht wieder Spitzenplätze und die Anzahl meiner Links hat wieder den vorherigen Stand erreicht. Wir leben eindeutig nicht in einer Informationsgesellschaft, sondern bewegen uns in einem labyrinthischen Desinformationsnetz. Da gibt es nur eines, das Thema verlassen, aus der solipsitischen Redundanz aussteigen.(17.05.06)
An der Eintragung vom 11.12.03 hat sich in den letzten Jahren nichts verändert, ich bin noch immer Stipendiat in Leipzig oder Dresden gewesen, und - wenn auch nicht unmittelbar damit verknüpft - Duchamp wird nach wie vor Duchamps geschrieben. Man lese und staune immerhin in: 20_21 Das Magazin der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, #04, Frühjahr 2006, S.20. Auf die Frage welchen Künstler er treffen wolle und welche Frage er ihm stellen würde, antwortet Roger Willemsen: "Marcel Duchamps, und die erste Frage müsste lauten: Wer glauben Sie eigentlich, dass sie sind?" Auf jeden Fall ohne s!

(24.04.07)
Auf einer Einladung zu einer Vernissage ins Museum für angewandte Kunst anlässlich der Präsentation der Verbund-Sammlung erreicht mich heute eine schier singuläre Deutung meines Namens: Zaunpfarrer. Danke!

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Wegen des implizierten "Übermuts" lasse ich die folgende Notiz weiter stehen.

Erschienen:
Peter Mahr (Hg.): Österreichische Ästhetik. 19 Interviews. Ritter Theorie. Klagenfurt - Wien 2003.
Darin findet sich auch ein Gespräch mit T. Z. (S.263-281) mit Hinweisen auf Jugendsünden aus den Lehr- und Wanderjahren.
Ein gewisser, die Grenzen universitären Selbstverständnisses überschreitender Übermut ist immer wieder festzustellen.

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Zum Abschied von Essen:                      Der gläubige Thomas staunt über die zahlenmagischen Erklärungen von Hermann Sturm: THOMAS ZAUNSCHIRM ZU EHREN & ZUM ABSCHIED   –   im Dezember 2006Lieber Thomas,
wenn ich mich jetzt erhoben habe um ein paar Worte zu sagen, denkt man am Tisch vielleicht, der sucht jede Gelegenheit zum Reden, weil er sonst keine Zuhörer mehr hat. Mein Bedürfnis zur Rede hier – zur kurzen Rede – hat aber den Grund im Wunsch, Dir, lieber Thomas, für die vielen Anregungen zu danken, die ich – und wir alle hier in Essen – durch Dich erhalten und genossen haben.
Ein zweiter Grund: ich habe überlegt, warum Du 2007 vorzeitig Essen verlassen wirst. Freilich gibt es Gründe, die zutage liegen: Fachbereich 4 und ich sage nur FOLKWANG – Du sagst schon lange: »zur Hölle mit Folkwang«. Aber dennoch hat es mir als Erklärung nicht gänzlich ausgereicht.
Da ich eben in der IKUD-Zeitschrift über die kreative Herausforderung von Nichtwissen – man muss mehr wissen als man weiß – geschrieben und nach einem plausiblen Grund gesucht habe, weshalb Thomas Zaunschirm 2007 vorzeitig die Uni-Essen verlassen wird, kam mir – nicht wie Sigmar Polke, dem »höhere Wesen befohlen hatten, die rechte obere Ecke schwarz zu malen« – kam mir der Gedanke an die schwarze Magie der Zahlen zu Hilfe.
Dabei habe ich ja von Deinem Bereiten Mädchen Ready-made gelernt, dass auch für Marcel Duchamp das Operieren mit Zahlen – gewissermaßen in einer 4. Dimension – von spekulativem Interesse war. Und da ich in der Hommage von Werner Hofmann in der FAZ am 2. Dezember 2003 zu Deinem 60. Geburtstag gelesen habe, dass Du »in jeder Oberfläche mehrere Unterflächen« ausmachst, fühle ich mich ermutigt, nach solchen »Unterflächen« zu suchen. Und – noch einmal Werner Hofmann – da Deine »stringenten Analysen sich auf einem Spielbrett« zutragen, »das nach mehreren Richtungen erschlossen werden will«, beginne ich nun Zahlen auf meinem Spielbrett hin und her zu schieben – etwas riskant, ich gebe es zu, aber ohne riskantes Nichtwissen keine Kreativität.
Der 14. 10. 1993 ist mir in besonderer Erinnerung. Es war der Tag Deiner Vorstellung in Essen. Der erste Satz in Deinem Vortrag war eine Frage. Ich habe ihn mir gemerkt und aufgeschrieben: »Wie stellt man sich vor«? lautete die Frage und Du fährst dann fort: »Diese Frage ist zweideutig. Einerseits betrifft sie die Selbst-Präsentation vor einem Publikum, wie man sich gibt, andererseits geht es um das Selbst-Verständnis, also um das Bild, das man anderen bietet und sich von sich selbst macht. Wie man sich vorstellt und welche Vorstellungen man von der eigenen Person hat, ist in den seltensten Fällen identisch. Scheinbar fällt bei Künstlern beides im Selbstporträt oder Atelierbild zusammen. Doch auch hier gibt es den Spielraum der Interpretation«.
Nun also meine Interpretation:
Das Datum 14. 10. 93. Die Quersumme ergibt eine bedeutsame Zahl im Opus von Marcel Duchamp: 36  (siehe Bereites Mädchen Ready-made– 36 Speichen am Fahrrad-Rad, und erst recht im Großen Glas– etc, etc).
36 geteilt durch 3, den drei Zahlen des Termins Deiner ersten Vorlesung in Essen, ergibt 12 = der Monat Deiner Geburt; und 36 umgestellt ergibt Dein Alter: 63 .
Das Geburtsjahr 43, die Quersumme ist 7  und 4 x 3 = 12
Das Geburtsjahr 1943 und der geplante Abgang aus Essen: 2007 noch im 63. Lebensjahr: 63 = 9 x 7
In Essen von 1995 bis 2007 = 12 Jahre.
Nach Essen gekommen: 1995, geboren 1943, also im Alter von 52 Jahren (die 52 findet sich als »Unterflächenzahl« wieder bei Duchamps Flaschentrockner).
Die Quersumme von 52 ist 7.
Nun spielt ja in unsrer beider Vita das IKUD eine gewisse Rolle. Da es ein einfaches Verfahren gibt, das den Buchstaben Zahlen in aufsteigender Folge des Alphabets zuordnet, ergibt sich für IKUD. 9/10/20/4 = 43 (= Geburtsjahr);
Die Quersumme: 4 + 3 = 7
Aber auch FOLKWANG. Nach diesem Verfahren finden wir:  6/14/11/10/22/1/13/7 = 84.  Und: 84 : 12 = 7,  dann ist  84: 7  = 12Da ich – wie gesagt – ins Grübeln kam über die Entscheidung von Thomas Zaunschirm, habe ich mich an eine berühmte Grüblerin, die Melencolia, 1514 von Albrecht Dürer in Kupfer gestochen, um weiteren Rat gewandt. Man kann ja einer gewissen Melancholie beim Weggang von Thomas nicht entkommen. Nun wissen wir ja, dass Dürer viel von den »öberen Eingießungen« gehalten hat. Auf seinem Blatt finden wir an der Wand ein magisches Quadrat:16    3    2   13
 5   10   11    8         Die Quersumme horizontal, vertikal, diagonal:  34
 9     6    7   12                                                              3 + 4 = 7
 4   15   14     1                                                 3 x 4 = 12
                          
3 und 4 umgestellt, ergibt  43 = Geburtsjahr (34 die Quersumme beim magischen Quadrat der Melencolia)
Überblicke ich nun mein Zahlenwerk, so fallen vor allen anderen zwei Zahlen auf:  
7  und 12 
Schlussfolgerung: die 7  steht für  2007  und die 12 für 12 Jahre in Essen.
Gegen die Entscheidung »höherer Wesen« ist in Essen kein Kraut gewachsen.Ich wünsche Dir und Helga das Beste.

P. S.: WIEN: 22/ 9/ 5/13, Quersumme = 49 = 7 X 7    
eine gewichtige Bedeutung also.


pfeil